25.09.2014 / Allgemein / /

CVP stärkt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – aber das Volk soll entscheiden

Die demografische Entwicklung und die Folgen der Masseneinwanderungsinitiative bedeuten für den Wirtschafts- und Lebensstandort Schweiz eine grosse Herausforderung. Die CVP Aargau will sich ihr stellen und lud zu einem Sonderparteitag ein. Experten aus Politik und Wirtschaft diskutierten die bessere Vereinbarkeit von Familienarbeit und Erwerbsleben. Abschliessend verabschiedeten die Delegierten eine Resolution. Optimierte Schulstrukturen, steuerliche Vorteile für familienfreundliche Unternehmen, erleichterter Wiedereinstieg ins Erwerbsleben, Anreize ältere Arbeitnehmer im Rentenalter im Erwerbsleben zu behalten, die Vereinbarkeit als Kriterium bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen bilden Teil der Forderungen der CVP Aargau zur Stärkung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die CVP Aargau trifft mit ihrem Sonderparteitag einen Nerv. Die Herausforderungen, die sich aus der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative ergeben sowie diejenigen der demografischen Entwicklung gehören zu den zentralen aktuellen Themen in der Schweiz. Offen ist, wie die Regierung, die Politik und die Wirtschaft damit umgehen. Valentin Vogt hat in seinem Referat aufgezeigt, dass sich diese Ausgangslage in einem Fachkräftemangel akzentuiert. Als Arbeitgeberpräsident fordert Valentin Vogt: „Unternehmen müssen ihren Beitrag leisten, damit sich die Situation verbessert und wir das Potenzial an inländischen Fach- und Arbeitskräften gezielt ausnutzen können.“ Weiter appellierte Valentin Vogt an alle – Politik, Wirtschaft und Frauen und Männer: „Nur wenn alle ihren Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeit leisten, werden wir die erhofften Fortschritte erzielen können.“

In der anschliessenden Podiumsdiskussion wurden Massnahmen und Ideen diskutiert, wie dem absehbaren Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann. Auf dem Podium diskutierten neben Valentin Vogt, Monica Heinzer, Leiterin Pflege und Betreuung Reusspark in Gnadenthal, Kenneth Brönnimann, Senior HR Manager Neuer Aargauer Bank und Andre Rotzetter, CVP Grossrat. Moderiert wurde die Diskussion von Grossrat Ralf Bucher.

Stärkung der Vereinbarkeit – das fordert die CVP Aargau
Anschliessend stellte Grossrätin Marianne Binder-Keller die Resolution der CVP Aargau zur Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsleben vor. „ Unsere Resolution ist die Konsequenz aus dem Abstimmungsverdikt zum Familienartikel der CVP zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus dem letzten Jahr. Das Volk hat sich mit einem Anteil von 55% dafür ausgesprochen, die Stände haben abgelehnt. Kritisiert wurden im Abstimmungskampf die hohen Kosten, der Eingriff in die Kantone, ebenso die mangelnde Autonomie der Familien. Daraus haben wir den Schluss gezogen, dass Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit vom Volk zwar gewünscht sind, jedoch kantonal geregelt werden sollen, für Eltern und Kinder freiwillig sein müssen und zudem möglichst kostenneutral gestaltet.“ So fordert die CVP Aargau optimierte Schulstrukturen, die der modernen Familienpolitik gerecht werden, denn „gerade unsere Stundenpläne sind nach wie vor eine Zumutung für eine moderne Familienpolitik“, sagt Marianne Binder. Die CVP fordert deshalb Schulversuche mit neuen Öffnungszeiten der Schulen. Geprüft werden sollen auch Leistungsvereinbarungen mit privaten Tagesschulen, denn diese erfüllen ein Bedürfnis, welchem die Volksschule offenbar nicht in gleichem Masse nachkommen kann: die Tagesbetreuung. Zu den Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsleben gehören auch Steuerabzüge für Unternehmen, welche eine moderne Familienpolitik unterstützen. Das können unter anderen Investitionen oder Beteiligungen an Krippen oder Privatschulen sein oder flexible Arbeitszeitmodelle. Weiter fordert die CVP den leichterten Wiedereinstieg ins Erwerbsleben und einen flexibleren Übergang ins Rentenalter.“ Umgesetzt werden soll dies mit speziellen Abzügen für Weiterbildungen während der Familienphase oder der dem längeren Verbleib im Erwerbsleben über das AHV-Alter hinaus. Als weitere Massnahme verlangt die CVP Aargau, dass die Vereinbarkeit als Kriterium bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen aufgenommen wird.

Aus diesen Forderungen wird die CVP Aargau in den kommenden Wochen und Monaten Vorstösse auf kantonaler Ebene einreichen um auf der parlamentarischen Ebene alles zu tun, um die Verbesserung der Vereinbarkeit zu erreichen.

Hier finden Sie das Manifest.